Sonnenanbeterin Sarah
Therapie

Heute war ich bei einem Therapeuten.

Ich habe Anfang Juni angefangen, aktiv nach einem Therapeuten zu suchen und ich hab jetzt endlich einen gefunden.. Hatte heute um halb 11 die erste Sitzung, so zum Kennenlernen.. Er ist sehr nett, nur eben noch etwas fremd.

Wir haben 50 Minuten geredet und davon habe ich fast die ganze Zeit geweint. Das hat mal ganz gut getan.. Es war ein anderes Weinen als sonst.. Etwas befreiender..

Ich hab ihm von Mama und von Opa erzählt.. auch von Stefan und meinen Narben..

Und ich hab ihm von meinen Ängsten erzählt bzgl. des Studiums.. Weil ich nicht weiß, wie es weitergehen soll.. Weil ich ja vom 2. Semester so gut wie gar nichts mitbekommen habe.. Und nun wieder einsteigen muss.. Er hat mir gesagt, ich war und bin überhaupt nicht arbeitsfähig und da wird sich schon was finden lassen, was man da machen kann..

Und natürlich können wir nicht in 6 Wochen alles ändern (also bis das Studium wieder los geht).. aber das habe ich ja auch gar nicht erwartet..

Er sagt, ich bin in einer Trauerreaktion und mein Verhalten sei nicht falsch oder richtig.. jeder trauert anders.. Die einen packen das gut und stecken es schnell weg, gehen schnell wieder arbeiten und andere sind eben so wie ich..

Er sieht bei mir aber auch eine Depression.. Ist ein fließender Übergang..

Er hat gesagt, evtl. wäre bei mir sogar eine medikamentöse Behandlung sinnvoll.. Aber nur gering und nur als Unterstützung, damit ich wieder irgendwie Fuß fassen kann, weil ich ja eigentlich so gut wie gar nichts auf die Reihe bekomme.. Aber das will er sich erst etwas anschauen.. Er wirkte auf mich auch nicht wie jemand, der jeden mit Pillen vollstopft..

Da ich nächste Woche ja an der Ostsee bin, hat er mir in genau zwei Wochen um die gleiche Uhrzeit noch einen Termin gegeben.. Ich soll einen Lebenslauf verfassen, kann viel schreiben, wenn ich möchte, aber kann auch kurz sein.. Ich soll nur kein Buch schreiben :D

Er war wirklich sehr nett.

Ich hoffe, das bleibt auch so.. Und ich kann ihm vertrauen.. Jetzt ist er mir ja noch etwas fremd.. Aber ich kann so einfach nicht mehr weiterleben und brauche Hilfe.. und er hat Zeit für mich.. Ich denke man kann nach ein paar Sitzungen erst richtig sagen, ob die Chemie stimmt.. Ich hatte jedenfalls keine Probleme, mich ihm anzuvertrauen und das ist ja sehr positiv *denk*..

Ich werd dann wieder berichten..
5.8.08 13:01


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Manhattan in der Ostsee

Guten Morgen..

Letzte Nacht habe ich geträumt, dass ich mit Chantal in Kopenhagen war.. Wir waren dort in einem Schwimmbad namens Manhattan.. Das war riesengroß.. Und man konnte von dort auch in der Ostsee schwimmen.. Wollte ich natürlich gleich ausprobieren und Chantal hinterher.. Aber irgendwann war das Manhattan dann verschwunden..

Wir dümpelten so durch die Ostsee und irgendwann hab ich einen Schwimmreifen gefunden, an dem wir uns festhalten konnten.. Ich hab viele Leute gefragt, ob sie uns sagen könnten, wo das Manhattan sei, aber keiner wusste es.

Überall schwammen komische Attraktionen vorbei, auf denen man Spaß haben konnte.. Und Restaurants und so.. Bei einer Spirale war dann ein Mann, der endlich vom Manhattan wusste.. Er sagte, das würde hier nur selten vorbeikommen, deswegen würden wir es nicht sehen.. Das war natürlich sehr ermutigend *sfz*..

Er hat uns jedenfalls angeboten, uns dorthin zu begleiten. Wir waren nämlich so orientierungslos, wir wussten nicht einmal mehr wo Kopenhagen ist und es wurde schon dunkel..

Naja, dann bin ich aufgewacht.

Übrigens fahre ich am Montag wirklich nach Kopenhagen, zusammen mit Marnie. Bis zum 3. August.

Bin dann also ne Weile nicht online..

Wünsch euch eine schöne Zeit..
17.7.08 12:04


Sorry

He grabs my wrists
as my fingers turn into angry fists
and I whisper why can't you love me, I'll change for you
I'll play the part

And I say baby, so I feel stupid to call you, but I'm lonely
And I don't think you meant it when you said you couldn't love me
And I thought maybe if I kissed the way you do, you'd feel it too

He said I'm sorry
so sorry
I'm sorry
I am sorry
10.7.08 22:53


Heidi Klum

Huhu *lol*

Ich bin grad durch Zufall auf Heidi Klums Internetseite gestoßen.. Irgendwie hab ich immer mehr das Gefühl, dass sie gar kein Topmodel ist.. *rofl*

Ich hab mir so ihren Lebenslauf angeguckt.. Hier mal ein paar witzige Dinge:

1999
In der amerikanischen Hit-TV-Serie "Spin City" (Chaos City) spiele ich an der Seite von Michael J. Fox in sechs Folgen seine Freundin. Ich spiele mich selbst, nämlich das Model Heidi Klum.


(is klar wenn sie sich selbst spielt, dass es dann heidi klum is oder? ö.ö)

Oktober 2001
Mein Internetauftritt ist fertig. Ich habe alle acht Top-Level Domains.


(interessant o.o)

Karneval 2003
Ich ziehe das erste Mal im Kölner Rosenmontagszug mit – als Gast auf dem Wagen der „Roten Funken“.


(...)

September 2004
Dank eines Auftraggebers weiß ich jetzt, was meine Beine wert sind: gut 1,6 Millionen Euro!


Oktober 2004
Mein Briefpapier hat jetzt ein Wasserzeichen.


(*rofl!*)

Oh man.. Wenn sie sonst nix wichtiges zu sagen hat *lach*

Eigentlich mag ich die Heidi so ganz gern, aber da kommt sie irgendwie blöd rüber O.o

Ja und was gibts sonst noch so zu sagen..? Mir ist wieder mal nach im-Bett-verkriechen.. Hab letzte Nacht geträumt, dass Mama mich irgendwie verkaufen wollte oder so.. Ich hab sie aber nich gesehen, ich musste nur mit der Straßenbahn irgendwo hinfahren und dann sollte irgendwas passieren. Ich hab dann gewartet, dass meine Mama kommt, aber sie kam nicht. Überhaupt gar nicht.

Auf einmal war ich dann mit nem Mann zusammen. Der ist eigentlich mit so nem Mädel verheiratet, aber sie können irgendwie keine Kinder bekommen und ich sollte jetzt immer mit dem Mann schlafen. Dabei haben wir uns irgendwie verliebt und die Frau hat das gemerkt und war tierisch sauer.. Sie hat erzählt, dass ich meine Tage hab O.o *lol*
16.6.08 09:03


Misslungen

Gestern war Nadines Geburtstagsparty.

Ich hab mich drauf gefreut, hab mich richtig schick gemacht und mich auf einen schönen Abend gefreut.

Hab ich das?

Ich hatte mir eine Flasche Wein gekauft, auf die ich mich gefreut habe. Das ist hart, aber ehrlich.

Ich hab mir aber gesagt, ich trink die so spät wie möglich, weil ich auch gern was von Nadine und ihrer Party haben mag. Es gab Essen und dann hab ich von Florian gesagt bekommen, ich soll mal Bacardi Razz (oder so) probieren, mit Sprite.. Ich hab mir dann ne Mischung gemacht.. war ganz okay. Ich mag Sprite aber ja nicht so.

Sascha hat dann gesagt, ich soll nen Wodka-O trinken, also hab ich mir eine Mischung gemacht.

Von Nico hab ich dann was von seinem Zeugs bekommen. Das war irgendwas, keine Ahnung was. So lecker wars aber nicht.

Und dann hab ich ein bisschen gewartet. Irgendwie hatte mir das bisschen schon ein lustiges Gefühl im Kopf gegeben.

Aber das hat nicht gereicht, um zu vergessen. Da hat Marnie meinen Wein geholt und ihn mir geöffnet und ich hab ihn ausgetrunken. Ein bisschen hab ich auch auf dem Tisch verschüttet beim Einschenken. Naja.. was erzähl ich hier eigentlich?

Irgendwie ist das doch alles schief gelaufen.. Hab irgendwie nur noch mehr an mein blödes Leben gedacht. Und noch blöder war, dass ich Kowa und Thorsten SMS geschrieben habe. Wenn ich mal wieder was trinken sollte, dann sperr ich mein Handy weg.

Der Abend hat jedenfalls so geendet, dass ich heulend vor meinem PC gesessen habe und in meinen Klamotten eingeschlafen bin.

Hab ein bisschen Kopfschmerzen, sonst gehts mir körperlich gut.. Hab auch keine Muskelschmerzen von der gestrigen Radtour.

Aber innerlich gehts mir irgendwie immer schlechter..

Übrigens.. misslungen.. klingt wie ein junges Mädchen, das super Lungen hat.. oder Krebs oder was weiß ich..
15.6.08 12:43


Die 90er..

Ich hab ca. 1000 Lieder aus den 90ern. Seit gestern Abend hör ich die.. Und irgendwie.. war das ja mit die Zeit, wo ich die Musik erst wirklich bewusst erlebt habe.. Also 1990 war ich ja 5/6 Jahre alt..

Und das alles zu hören ist irgendwie komisch..

Es erinnert mich halt an damals und auch viel an Mama. Vielleicht nicht direkt an sie, aber doch um einige Ecken.. Einfach dieses glückliche Kindheitsgefühl Anfang der 90er. Das macht mich traurig..

Ich werd gleich mit Maren 40 km Fahrrad fahren.. und heute Abend ist Geburtstagsparty bei Nadine.

*UB 40 ~ Kingston Town* <- läuft grad
14.6.08 08:18


"Ich lebe in der Welt - aber ich gehöre ihr nicht."

Ich habe gerade den Nachlass meiner Mama sortiert.. Naja, was heißt sortiert.. Ich habe es mal ordentlich weggetan.. Ich weiß sowieso nicht, was ich wegschmeißen kann und was nicht, also behalte ich erst einmal alles. Als ich ihren Kamm in der Hand hatte, da hab ich auf einmal angefangen zu weinen und saß erst einmal da und hab diesen Kamm angestarrt.. Es ist einfach nur ein Kamm, aber es ist *ihr* Kamm..

Dann ist mir der Text der Grabrednerin in die Hände gefallen und ich hab mir gedacht, dass ich euch das mal zeige.. War nämlich wirklich toll und er passt sehr.

„Ich begrüße Sie herzlich zur Beisetzung von Kathy. Kathys Körper, ihre Seele hat sich längst auf den Weg gemacht – nach Haus…

Sie kannte den Weg, da bin ich sicher. Sie war in der Welt – und hat ihr nicht gehört. Da war, so ging es mir, als wir zusammengesessen haben am Samstag, Unabhängigkeit. Sie hat sich Unabhängigkeit bewahrt – oder immer mehr auch dafür gesorgt, dass sie sie leben kann. Die war ja in ihr. Sie hat sich nicht verstrickt in den Kreislauf von Geld, Macht und Habenwollen – im Gegenteil. Sie ist richtig glücklich gewesen, dass sie sich wieder reduzieren konnte. Dass sie wieder näher dran war auch in ihrem äußeren Leben an dem, was ihr wichtig war. In ihr war das sowieso so.

Sie (die Rednerin schaute meine Oma an) sind mal, das hat mich auch begleitet durch die letzten Tage, mit ihr in Knoops Park gewesen – Kathy mochte immer gern draußen unterwegs sein – und haben dort die Villen angeguckt ein bisschen – und sich vorgestellt, wie es wäre dort zu wohnen – für sie wäre das nichts gewesen, sie hätte sich gefreut über das kleine Häuschen hier ganz in der Nähe, sie brauchte das alles nicht. Nicht die Bindung, nicht die Abhängigkeit, nicht die Angst, die man womöglich hat, weil man denkt, jetzt wird es einem wieder genommen, es war nicht wichtig. Ihr hätte es gereicht und sie hat sich danach gesehnt, so zu leben: Ein Teller, eine Tasse, eine Feuerstelle, ein kleines Hexenhaus… Sie war in der Welt – und nicht von der Welt.

Und sie ist hineingeboren in eine Familie, in der genau das ein hoher Wert ist.

Kathy war willkommen. Sie haben sie geliebt – sich gefreut, dass es sie gibt – und vieles von sich in ihr wiedererkannt – das Band war eng – und bleibt es ja auch. Sie konnten so viel mit ihr teilen. Vor etlichen Jahren haben Sie das Stück Land zusammen gehabt, ein großes Stück Land, zugewachsen mit Brombeeren. Da haben Sie sich durchgearbeitet, wochenlang – darunter kam ein Paradies zum Vorschein, viele alte Obstbäume, der umgestürzte Baum, der zu blühen begann, Sie haben diesen Ort zum Leben erweckt, noch mal anders - und ihn mit so viel Respekt behandelt. Das war auch etwas, was Sie sehr verbunden hat, der Respekt vor der Natur, die tiefe Liebe zur Natur, eine Verbundenheit, die keine Grenzen kennt und die Grenzen wahrt – beides.

Sie war Ihr viertes Kind. Fritz, Frank, Susanne, Cornelia, Merle – ihre Geschwister, Kathy mittendrin. Ein Strahlekind haben Sie sie genannt, sie war immer zufrieden mit allem, auch damals war das so, es blieb so. Weihnachten, es ging ärmlich zu, bekam sie mal eine selbst genähte Puppe geschenkt – was hat sie sich darüber gefreut. Sie ist ihren Weg gegangen, offen und neugierig im schönen Sinn. Hat sich dem Leben zugewandt. Früher war sie mehr in der Welt, haben Sie erzählt, ich glaube, es ist ein Weg, zu erkennen, sich daran zu erinnern, dass wir nicht von der Welt sind, dass wir der Welt nicht gehören. Nach und nach ist vieles wieder unwichtiger geworden.

Sie hat sich Kinder gewünscht und sich darauf eingestellt, dass dieser Wunsch sich nicht erfüllt. Das war schwer – das war richtig eine Krise. Dann kamt ihr, Sarah und David, ihre Wunderkinder hat sie euch genannt, ihr Herz seid ihr gewesen – so viel Liebe. So viel Ermutigung, so viel Stärkung. Sie haben Fotos gesammelt und sie mir gezeigt am Samstag – Fotos durch ihr Leben – da gibt es auch die, die sie zeigen mit Euch – und die ihr Glück zeigen. Ein Glück, das in ihrem Herzen war. Ihr habt viel von ihr gelernt, sie hat das, was sie wusste, an Euch weitergegeben – eben auch das Wissen – wir sind in der Welt und gehören ihr nicht.

Da war Unabhängigkeit. Die Tür war jedem offen. Wie vielen Menschen hat sie im Laufe ihres Lebens Unterschlupf gegeben – in der Not geholfen. Sie war hilfsbereit.

Und entschieden, irgendwann, sich nicht zu verwickeln, sie hat sich sehr genau mit Schicksalen auseinandergesetzt, hat ganz genau auch ihre eigene Geschichte angeschaut, das, was ihr passiert ist, mit den Menschen, die ihr begegnet sind, hat Sinn gesucht und Antworten gefunden und ist weitergegangen, ihren ganz eigenen Weg. Sie hat das Gute gesehen und ihre Abneigungen gelebt. Wenn sie jemanden nicht mochte, merkte man das auch. Sie konnte unglaublich schnell, auf den ersten Blick im Grunde, Menschen einschätzen. In das Herz sehen, glaube ich, das war eine besondere Gabe von ihr.

Und sie war eigen – ihr ist es immer mehr egal gewesen, wie andere über sie dachten. Nicht jeder kam damit klar. Sie war sensibel – und konnte auch grob sein, auf den Tisch hauen, andere auf den Pott setzen. Die Wahrheit sagen, auch wenn es unbequem war. Materielle Reichtümer hat sie nicht angesammelt, das war nicht wichtig. Sie hat Menschen geholfen – auch in der Zeit als Altenpflegerin, sie hat mit Putzstellen ihr Geld mühsam verdient und ihre Unabhängigkeit einigermaßen gewahrt.

Sie wusste um so viele Dinge zwischen Himmel und Erde. Hat es immer mal wieder deutlich gespürt, wenn jemand, der ihr Nahe war, gegangen ist – ihr bester Freund, ein Seelenverwandter – als er starb, hat sie es gewusst, ihre Oma, sie hat sie ganz intensiv begleitet.. Als sie sich auf den Weg gemacht hat, war es ihr klar.

Auch bei sich wird sie es gewusst haben – ich glaube es hat ihr keine Angst gemacht.

Sie wusste, wie es um sie steht. Sie haben von ihrer Krankheit gewusst, nicht um ihren Zustand. Von den Metastasen hat sie nichts erzählt. Ihr war es klar, dass sie nicht gesund werden kann. Mit ihrem Stiefvater hat sie sich ausgetauscht über ihre Krankheit, die beiden hatten dasselbe – sie haben sich gegenseitig Mut gemacht. Er ist so, so schwer von der Welt gekommen und sie hat sich gewünscht, dass sie leichter gehen kann als Ali.

Es konnte so sein.

Sie ist nah geblieben.

Und Sie vermissen Sie so sehr. Die Gespräche, ihre Nähe, ihre Wärme, sie war doch noch so jung.

Ja und nein. Ihre Seele ist alt. So wie Ihre. Sie werden sich wiederbegegnen.“
13.6.08 17:23


12. Juni 2002 ~ 12. Juni 2008

Ich denk an dich. Du wirst sehr vermisst.
12.6.08 00:00


Hallo Pline,

danke für deinen Gästebuch-Eintrag.

Ich weiß, dass ich etwas schreiben muss.. Aber wo soll ich anfangen? Mein Kopf ist voll mit Gedanken und gleichzeitig ganz leer.

Ich weiß nicht, wo ich hinsoll. Hierhin? Oder Dorthin? Und da ich das nicht weiß, bleibe ich einfach stehen. Oder renne einfach los.

Ich mache momentan viel Sport. Laufe jeden Tag 5 Kilometer.. Gestern bin ich fast 40 km Fahrrad gefahren und Sonntag bin ich viel geschwommen. Aber wieso mache ich das eigentlich?

Klar. Körperliche Fitness und so. Das tut auch wirklich ganz gut, aber der wahre Grund ist doch ganz einfach: Ich will einfach nur Verdrängen. Ich will nicht über die ganze Scheiße in meinem Leben nachdenken. Ich will nicht über meine Zukunft nachdenken. Und erst Recht nicht über meine Gegenwart.

Manchmal habe ich bestimmte Hoffnungen. Und manchmal habe ich das Gefühl, das Leben ist einfach nur noch sinnlos.

Ich hatte solche Schwankungen schon einmal.. 2002.. Das macht mir große Angst. Sehr große sogar. Aber ich bin stark, das weiß ich auch.

Heute hatte ich eine Phase, da wusste ich nicht, ob ich einen Lach- oder einen Heulkrampf kriegen soll. Ich bin so zerrissen, ich weiß nicht mehr, wo oben und unten ist. Ich ertrinke in meinen Sorgen und bald bekomme ich keine Luft mehr. Dann kommen alle Leute mit ihren kleinen Sorgen und ich will eigentlich gar nix davon wissen, das ist alles so lächerlich. Es sind nicht einmal wirklich Sorgen. Klar sieht das jeder anders und jeder sieht seine eigene Situation als die schlimmste an. Aber ich weiß nicht mehr, wie es überhaupt weitergehen soll.

Es gibt einen Weg raus, ich habe auch schon einen Wegweiser.. Aber an diesem Wegweiser, an diesem Haus.. Sind so viele Klingeln und ich weiß nicht, wo ich zuerst klingeln soll. Ich bin einfach mit allem überfordert. Ich weiß gar nicht, wofür ich überhaupt noch alles tue. Ich bin einfach ein Nichts im Nirgendwo.

Ich bin kurz davor, mich abgrundtief zu hassen und soweit wollte ich niemals kommen. Ich wehre mich noch dagegen, aber ich weiß nicht, wie lange ich das halten kann. Vorhin habe ich in den Spiegel geschaut und einfach meine Sommersprossen angeschaut. Ich liebe meine Sommersprossen. Ich bin froh, dass sie da sind. Ich hätte gerne viel mehr davon, am ganzen Körper.. An den Armen gerne. Aber sie bleiben auf dem Gesicht und ein wenig auf den Schultern. Sie sind aber wunderschön.

Leider helfen sie mir auch nicht weiter.

Gestern war ich bei meiner Oma und sie hat mir Geschichten von meiner Mama erzählt, wie sie noch ein Baby war. Dabei hat meine Oma immer nur auf das Foto meiner Mutter geschaut, das immer neben ihr steht. So als wenn sie es meiner Mutter erzählt und nicht mir. Es war so unglaublich traurig. Und ich habe weinen müssen. Oma hat mir erzählt, dass sie auch alles verdrängt.

Ich habe solche Angst vor den ganzen Schmerzen, die in mir drinnen sind. Wenn ich sie herauslasse, dann werden sie so sehr weh tun, dass ich wahrscheinlich ohnmächtig werde, weil ich das nicht ertragen kann.

Ich liege am Boden. Und meine Beine gehorchen mir nicht mehr und wissen nicht, wie sie aufstehen sollen.

Ich will mit diesem Eintrag niemandem Angst machen.. Ich will nur deutlich machen, wie es in mir aussieht. Und dass ich überhaupt da bin.

Ich bin nicht leicht unterzukriegen.. Ich will ja auch kämpfen. Aber ich weiß nicht wofür.

Hab dich lieb,

Sarah
11.6.08 23:15


20.4.08 23:36


Seit nachts dein Atem über meine Haut geweht
und meine Hand dein Schoßgesträuch zerzaust,
seit ich die Stirn an deinem schlanken Hals gekühlt
und du mit deinem Haar ein Nest mir baust,

bin ich verloren, verloren,
bin ich verloren an dich,
für diese Welt verloren.
Ich bin verloren.. an dich.

Seit ich den Schierlingsbecher von dir nahm und trank,
seit ich den letzten Tropfen aufgeleckt,
seit ich zuletzt noch zitternd deinen Namen rief
und mich die kalte Erde zugedeckt,

bin ich verloren, verloren,
bin ich verloren an dich,
für diese Welt verloren.
Ich bin verloren.. an dich.
20.4.08 13:34


fußlos

Sabanja: ich hab sonst eigentlich auch gar keine füße.. erst seit ein paar wochen. ich glaub ich ess einfach zu wenig..

----

ich glaube, ich sollte schlafen :D
war jedenfalls eine schöne geburtstagsparty und die letzten Gäste sind so 5:15 gegangen *g*

doof nur, dass ich nicht müde bin.. *umguck*
20.4.08 05:47


Puppenspieler

Werd mit dir spielen,
Keiner von vielen,
Zieh ich an Fäden,
Führe dich vor.
Ich lass dich gehen,
Stehen und drehen,
Ich bin der Spieler,
Du bist der Tor.

Deine Versprechen,
Werde ich brechen,
All deine Eide,
Schwörst du auf mich.
Närrische Fragen,
Lass ich dich sagen,
Ich bin der Zweifel,
Der dich beschlich.

Du kannst mir nicht widersteh'n,
An meinen Fäden sollst du geh'n!
Ganz wie ich will,
Wird es gescheh'n!

Ich lass dich leiden,
Werde mich weiden,
An deiner Sehnsucht,
An deiner Lust.
Schlag Kopf und Hände,
Wild gegen Wände,
Ich bin die Hoffnung,
Die du vertust.

Du kannst mir nicht widersteh'n,
An meinen Fäden sollst du geh'n!
Ganz wie ich will,
Wird es gescheh'n!

Du kannst dich winden,
Betteln und auch fleh'n,
An meinen Fäden,
Sollst du dich dreh'n!

Du kannst mir nicht widersteh'n,
An meinen Fäden sollst du geh'n!
Ganz wie ich will,
Wird es gescheh'n!
9.4.08 17:44


Schneeflocken

Hej,

heut war ich wieder in Bremen-Nord. Wollte zum Arzt, um mir eine Überweisung zu holen.. Ich war um 14 Uhr da, aber Sprechstunde ist erst wieder ab 16 Uhr.. Ich wollte aber nicht zwei Stunden die Zeit absitzen.. Da bin ich in Mamas Wohnung und hab dort etwas für David dagelassen. Ein paar Kleinigkeiten aus Dänemark.

Dann bin ich zur Bushaltestelle gegangen.. in den Bus eingestiegen.. Und da kamen mir die Tränen.

Ich bin am nächsten Bahnhof ausgestiegen um auf den Zug zu warten.. Und saß dort auf einer Bank.. Da fielen die ersten Schneeflocken. Ich war noch immer am weinen. Ich saß ganz still, habe mich nicht geregt und die Tränen flossen mir über die Wangen.. Dazu kamen die vielen Schneeflocken, die mir aufs Gesicht fielen..

Ich habe geweint und geweint.. Bis der Zug kam und darin habe ich noch weiter geweint.. Als ich dann in der Stadt in der Straßenbahn saß, da hörte es auf einmal auf.

Es ist einfach alles so viel..

Im Herbst ist mein Stiefopa Ali gestorben.. Im Februar meine Mama.. Eine Freundin, mit der ich den gleichen "Leidensweg" bzgl. Krebs habe, hat mir heute gesagt, dass ihre Tante gestern gestorben ist.. Mein liebster Opa liegt in Dänemark im Krankenhaus und hat keine Hoffnung mehr..

Ich war die letzten Tage in Dänemark um ihn zu sehen.. Und ich habe irgendwie das Gefühl, als wenn er sich von mir verabschiedet hat. Für immer.

Das soll endlich alles aufhören. Es reicht doch .. Wie viele Menschen sollen denn noch aus meinem Leben gehen?

Ich habe heiße Tränen geweint um all das Leid, was in der letzten Zeit geschehen ist.. Und der Schnee hat sich mit meinen Tränen gemischt..

---

Als ich in Dänemark war, da kam mir der Gedanke, mein praxissemester dort zu absolvieren.. In der Nationalbibliothek in Kopenhagen.. Das wär sicher etwas für mich. Ich hab nur Angst wegen der Sprache. Eigentlich eher wegen dem Bewerbungsverfahren.. Dass die hier anrufen und ich auf englisch telefonieren muss oder so..

Ich habe aber auch schon weiter gedacht.. Wenn ich wirklich für das halbe Jahr in Dänemark bin und es mir gefällt.. Ich glaube, ich kann mir gut vorstellen, ganz hinüber zu gehen.

Dänemark betrachte ich schon immer als meine Heimat.. Wenn ich Richtung Dänemark fahre, bin ich immer glücklich. Ich fühle mich dort so wohl und zufrieden.. Es ist einfach mein Zuhause..

Aber das ist ja noch ein paar Jahre hin.. Und wer weiß.. Vielleicht gefällt es mir dort ja auch gar nicht mehr so gut, wenn ich richtig dort lebe.
25.3.08 16:06


Versteckspiel

Letzte Nacht war ich ein Kind.

Ich war mit anderen Kindern in einem Wald, da haben wir Rennen veranstaltet.. Die Eltern fanden das alle ganz doof, aber wir wollten spielen..

Und dann war ich in einem sehr großen Haus.. Und wir hatten eine Art Plan..

Die Kinder mussten aber eigentlich schon schlafen.. Und es gab eine Etage mit ganz vielen Kinderzimmern.. In jedem Zimmer haben 2-4 Kinder geschlafen.. Und wir waren zu dritt und wollten diesen Plan umsetzen..

Immer wieder kam ein Erwachsener und hat kontrolliert, ob alle schlafen.. Ein Junge und ich haben uns immer bei anderenmit unter die Decke gelegt.. Und ich hab meinen Papa gesehen.

Hab mich richtig geborgen gefühlt .. So sorglos und zufrieden.
17.3.08 11:09


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